Wegen der aktuellen Verschärfung der Corona-Regeln zu 2G plus, bei der nur geimpfte und genesene Personen mit zusätzlichem negativen Schnell- oder PCR-Test Zutritt zu Veranstaltungen haben, sehen wir uns leider gezwungen, unseren Vortrag für kommenden Freitag, den 26. November 2021, abzusagen.

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Als Japan sich nach einer jahrhundertelangen Politik der Abschottung dem Westen öffnete, wurden auch die japanischen Wälder bald Ziel westlicher Botaniker auf deren Suche nach Exoten für die Parks und Gärten in Europa. Kämpfer, Thunberg und Siebold hatten zuvor Samen und Pflanzen aus Japan nach Europa eingeführt und wichtige botanische Veröffentlichungen zur japanischen Flora vorgelegt. Ab den 1880er Jahren erstarkte bei den Forstwissenschaftlern in Europa erneut das Interesse an exotischen Baumarten zum Anbau in den heimischen Wäldern, neben Bäumen aus Nordamerika gelangten so auch japanische Baumarten in die Anbauversuche der forstlichen Versuchsanstalten.

In Japan hingegen hatte die Meiji-Restauration dazu geführt, dass die Landesfürsten ihren Waldbesitz verloren und dieser nun in den Händen der neuen Meiji Regierung lag. Die Wälder, nun nahezu ohne Verwaltung und Kontrolle, verfielen zunehmend einer rasanten Übernutzung. Die fortschreitende Modernisierung und Industrialisierung zeigte sich bald auch in den kahlen Hängen rund um die Ballungszentren. Nicht selten waren Hangrutschungen und Überschwemmungen die Folge. Die Regierung erkannte bald die Notwendigkeit der Etablierung einer Forstwissenschaft und -verwaltung nach europäischem Vorbild. Sie entsandte Japaner zum Forststudium in den Westen und engagierte deutsche Forstexperten als Dozenten an die forstliche Fakultät.

Christoph End, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, erläutert die frühen forstlichen Beziehungen der beiden Länder, deren Spuren sich auch heute noch sowohl in Japan als auch in Deutschland finden lassen.