Licht und Schatten des Lean Managements
Vortrag mit PD Dr. Volker Elis

Wann?
Freitag, 16.10.2026 um 19:00 Uhr

Wo?
Bürgerzentrum Stuttgart-West, SOPHIE-KNOSP-RAUM, Bebelstr. 22, 70193 Stuttgart

Kosten?
Eintritt frei, Spenden erbeten

Bildnachweis
© Volker Elis

Beschreibung
Lean Production und Lean Management haben japanische Wurzeln. Sie basieren auf japanischen Innovationen und Konzepten, die in Japan zu einem übergeordneten System der Arbeitsorganisation weiterentwickelt worden sind.

Im ersten Teil des Vortrags zeichne ich nach, wie sich dieses System international verbreiten konnte, welche Elemente und Werkzeuge es ausmachen und welche Vorteile es für die Arbeitgeberseite aufweist. Im zweiten Teil meines Vortrags lege ich dar, welche Nachteile es für die Beschäftigten mit sich bringt. Dazu habe ich parallel alle vorliegenden analytisch-kritischen Befunde zur Praxis des Lean Managements aus Japan selbst, japanischen Niederlassungen im Ausland und nicht-japanischen Unternehmen zusammengefasst.

Ich weise nach, dass Lean Management entgegen der einschlägigen Management-Rhetorik mitnichten als Humanisierungskonzept gelten darf, sondern ein ideologisch geprägtes Konzept zur betrieblichen Rationalisierung darstellt, das mit zusätzlichen Belastungen für Arbeiter und Angestellte einhergeht. Mein Buch zum Thema ist unlängst unter dem Titel Japan und die Zukunft der Arbeit bei Springer VS erschienen. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-50866-1

Zur Person
PD Dr. Volker Elis studierte von 1990 bis 1998 die Fächer Japanologie, Geographie und Volkswirtschaftslehre in Bonn, 2004 folgte die Promotion. Er war von 2006 bis 2011 wiss. Mitarbeiter am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ) in Tokyo (2007 Abteilungsleiter Wirtschaft und 2010 stellvertretender Direktor), von 2015 bis 2016 hatte er eine Vertretungsprofessur für Japanologie mit Schwerpunkt Geschichte/Gesellschaft an der Universität Heidelberg und 2017 für Moderne Japanologie an der Universität Leipzig inne.

2022 habilitierte er sich an der Eberhard Karls Universität Tübingen und erhielt die Lehrbefugnis im Fach Japanologie. Er ist Privatdozent in der Abteilung für Japanologie am Asien-Orient-Institut Tübingen. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen Digitale Transformation und Wandel der Arbeit, die politische Ökonomie Japans, sozialwissenschaftliche Wissenschafts- und Technikforschung sowie die Geographie und Soziologie des ländlichen Raums.