Vortrag zum Thema: Erwin Toku Bälz (1889–1945) – als deutscher Filmgesandter in Japan

Referentin Silvia Hofheinz-Schönwald

Wann?
Freitag, den 23.02.2024, Beginn 19:00 Uhr

Wo?
Bürgerzentrum Stuttgart-West, Sophie Knosp Raum, Bebelstr. 22, 70193 Stuttgart

Kosten?
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Beschreibung
Die Biografie von Erwin Tokunosuke Bälz, Sohn des berühmten deutschen Arztes Erwin von Baelz (1849–1913) und dessen Ehefrau Hana Arai (1864–1937), steht bis heute im Schatten seines Vaters. Gewöhnlich wird er nur am Rande erwähnt, beispielsweise in biografischen Studien zu Erwin von Baelz oder im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der deutsch-japanischen Filmbeziehungen in den 1930er und 1940er Jahren.

Erwin Toku wurde in Japan geboren, im Alter von 11 Jahren aber von seinen Eltern zum Besuch des Gymnasiums nach Deutschland geschickt, wo er zunächst bei Verwandten aufwuchs. Später widmete er sich der Herausgabe der Tagebücher seines Vaters und arbeitete gerade in den 1920er und 1930er Jahren eng mit der DJG zusammen, um die japanische Kultur in Deutschland zu verbreiten. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Tradition des Kabuki-Theaters. 1941 reiste er auf Einladung der japanischen Regierung nach Japan, um dort diverse Filmprojekte zu realisieren, u.a. einen Kulturfilm mit dem Titel „Nihon seishin“ (日本精神, Die Seele Japans), der heute als verloren gilt. Das Filmmaterial verbrannte im Zweiten Weltkrieg.

Der Vortrag stellt Erwin Toku Bälz‘ bewegtes Leben vor und schildert sowohl seine Kooperation mit der DJG als auch seine Tätigkeit als „deutscher Filmgesandter“ in Japan von 1941–1945. Dabei wird auch neu gefundenes Quellenmaterial präsentiert, mit dem zumindest teilweise Inhalt und Gestaltung von „Nihon seishin“ rekonstruiert werden kann.

Silvia Hofheinz-Schönwald studierte Mittlere/Neuere Geschichte und Musikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und schloss 2022 ihre Promotion über das Thema „Filme als ‚Sendboten der Na,on‛ Filmkooperation der Achsenmächte Japan und Deutschland 1933–1945“ mit magna cum laude ab. Der Fokus ihrer Arbeit lag dabei insbesondere auf der Analyse und Rekonstruktion der Filmprojekte von Erwin Toku Bälz auch unter Hinzuziehung musikwissenschaftlicher Methoden.

Bild-Informationen
Erwin Toku Bälz als Kabuki-Schauspieler, Silvia Hofheinz